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Nacht der Erinnerung am 09.11.2018

Am 9. November 2018 jährte sich zum 80. Mal die Reichspogromnacht von 1938.
Mit der Nacht der Erinnerung in  der Alten Kirche und im Haus der Kirche erinnerten wir uns zusammen mit vielen Besuchern daran. Mit Texten, Bildern, Musik und einer Andacht wollten wir das Vergessen verhindern.

In Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing der Stadt Heiligenhaus und Dank der tatkräftigen Unterstützung, in Kombination mit dem damit verbundenen hohen zusätzlichem Einsatz, von vielen Haupt- und Ehrenamtlichen Helfern konnten wir einen eindrucksvollen Abend gestalten, der allen Besuchern bestimmt lange in Erinnerung bleiben wird. Alles in Allem ein sehr gelungener Abend als unser Beitrag für die Erinnerung, gegen das Vergessen und für die Sensibilisierung!

Wir danken allen Helfern für Ihren Einsatz und allen Besuchern für Ihr Kommen und die damit verbundende Bestätigung!

Hier ein paar Impressionen des Abends:



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Foto: Peter Wahlsdorf

 

 





Vorankündigung

Quelle Art Work Shop / Stadtmarketing Heiligenhaus

Am 9. November 2018 wird sich zum 80. Mal die Reichspogromnacht von 1938 jähren.
Damals brannten in Deutschland Synagogen und jüdische Geschäfte. Die Nazi-Gräueltaten machten auch in unserem kleinen Heiligenhaus nicht Halt. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die Werkstatt und der angrenzende Laden der Familie Aaron an der Hauptstraße komplett verwüstet. Ebenso die Wohnung von Adele Jacobs an der Hauptstraße 165. SA-Männer demolieren alles und werfen die Möbel aus dem Fenster. 14 Tage nach der Verwüstung der Werkstatt werden Rosa und Karl Aaron tot aufgefunden, aneinander gekettet sind sie in der Ruhr ertrunken.
Adele Jacobs wird einige Monate nach der Zerstörung ihrer Wohnung in die Heilanstalt Grafenberg eingewiesen und dort mit einer Giftspritze ermordet.

Artur Jacobs um 1936 via Luise Jacobs

Auch der Jude Artur Jacobs (s. Foto)wurde von SS- und SA-Männern abgeholt und von Konzentrationslager zu Konzentrationslager deportiert bis er schließlich 1942 in Schloss Hartheim vergast wurde.
Nicht nur jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Heiligenhaus wurden Opfer der NS Diktatur, auch Andersdenkende wie Franz Frerich. Er war Mitarbeiter der Firma Kiekert und wurde 1944 am Arbeitsplatz verhaftet und später wegen „Wehrkraftzersetzung“ zum Tode verurteilt.

Zur Erinnerung an sie finden wir auch die Stolpersteine da, wo sie zuletzt in unserer Stadt wohnten.
Am 9. November wollen wir daher die Alte Kirche ab 19.00 Uhr zu einer Nacht der Erinnerung öffnen. Mit Texten, Bildern und Musik wollen wir nicht vergessen, sondern erinnern. Erinnern auch, um wachsam zu bleiben in einer Gesellschaft, in der Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus weit verbreitet sind. In Zusammenarbeit mit unserer Evangelischen Jugend und einem Team Ehrenamtlicher gestalten wir diese Nacht für Sie.

Text: Kirsten Düsterhöft

Stolpersteine4
Stolperstein Adele Jacobs (1)
Stolperstein Karl und Rosa Aaron (1)
Stolperstein Franz Frerich (1)
Stolperstein Artur Jacobs (1)
Foto: H.W. Rieck,WAZ
Bild l.n.r.: R. Praast; K. Düsterhöft, Dr. Stein,
Gunter Demnig, Gestalter der Stolpersteine.